
Das Thema Trauer ist so alt wie die Menschheit selbst. Es ist keine Neuerfindung unserer Zeit, der Umgang mit der Trauerkultur wird seit Anbeginn unserer Menschheitsgeschichte immer wieder in den verschiedenen Kulturen und in der Literatur beschrieben. Archäologische Funde aus den unterschiedlichsten Ländern und Zeitaltern geben uns Hinweise, wie die Menschen in der Vorzeit damit umgegangen sind und welche Rituale ihnen dabei wichtig und hilfreich waren.
In unserer jetzigen Zeit und Gesellschaft ist das ewig menschliche Thema Trauer wieder zu einem Tabuthema geworden. Einer der Gründe ist unsere gesellschaftliche Entwicklung. Es gibt nur mehr sehr wenige Großfamilien, die unter einem Dach Freud und Leid teilen und wir leben in einer Gesellschaft, die über Leistung, Eigenständigkeit, Geld, Konsumverhalten, ...definiert ist.
Daher ist der Bedarf an Trauerbegleitung, nach mitmenschlicher Zuwendung in einer schwierigen Lebenssituation in den letzten Jahren wieder gestiegen. Hat man diese Hilfestellung und Rituale früher in den Großfamilien gelebt, so ist es heute zu einem Anliegen der Hospiz-Bewegung, des Caritasverbandes und einigen kirchlichen Einrichtungen geworden. Es gibt auch im Internet so genannte "Trauerforen", wo Betroffene anonym über ihren Verlust kommunizieren können. Diese Anonymität ist aber nicht mein Anliegen. Wir sollten mit den Menschen gemeinsam einen Weg gehen - sie an der Hand nehmen und stützen - nicht vor ihnen oder hinter ihnen - sondern mit ihnen unterwegs sein.